Seit 80 Jahren macht das Festival die Region Locarno zu einem Treffpunkt der internationalen Filmwelt. Wie ein Gewitter zieht es fast ohne Vorwarnung auf und verschwindet ebenso plötzlich wieder, hinterlässt dabei jedoch materielle und emotionale Spuren. Dieses Event ermöglicht es den Tessiner:innen, andere Menschen kennenzulernen, sich für neue Horizonte zu öffnen, Gewinne zu erzielen und Berufserfahrung zu sammeln. Das grosse jährliche Tohuwabohu wurde schon immer unterschiedlich aufgenommen: mit Begeisterung in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht, zugleich aber auch mit Misstrauen im Hinblick auf politische und gesellschaftliche Aspekte.
Hinter der Kritik, das Festival sei zu elitär oder zu teuer, verbirgt sich oft die Schwierigkeit zu akzeptieren, dass die Stadt zehn Tage lang nicht mehr allein den Einwohnenden von Locarno gehört. Wie kann man sich die Orte zurückerobern und sich mit der Veranstaltung anfreunden? Das Festival, das vom Kanton und vom Bund stärker unterstützt wird als von den Gemeindebehörden, ist auf jeden Fall eng mit der Identität der Region verbunden. So sehr, dass es mittlerweile weltweit als ihre Visitenkarte fungiert?
Dieses Video ist Teil der Ausstellung «Auch wir sind das Festival! Stimmen zur Geschichte des Locarno Film Festival».
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